MFH Bruni Kirchbühl

  • Ansicht West - MFH Kirchbühl Bruni
  • Längsschnitt - MFH Kirchbühl Bruni
  • Erdgeschoss - MFH Kirchbühl Bruni
  • MFH Kirchbühl Bruni
  • Umbau MFH Kirchbühl Bruni
  • Umbau MFH Kirchbühl Wissi
  • Umbau MFH Kirchbühl Bruni

Über dieses Projekt

Ort: Kirchbühl bei Sempach LU

 

Direktauftrag: 2014

Planung: 2014-2016

Ausführung: 2016-2017

 

Bauherrschaft: Privat

Das Haus Bruni bildet zusammen mit dem Haus Wissi das Zentrum des Weilers Kirchbühl bei Sempach, welcher im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) vermerkt ist. Die bisher als Einfamilienhäuser genutzten Bauten sollen zu je zwei kleineren Wohneinheiten umgebaut werden. Durch die wichtige städtebauliche Position der beiden Gebäude im Weiler Kirchbühl ist für den Entwurf besonders die Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege und der Altstadtkommission Sempach zentral. Ziel ist es, die hohe Qualität des Ortsbildes durch die Umbauten zu erhalten, oder diese sogar zu stärken. Speziell ist, dass das Haus mit der Westfassade auf der Kirchenmauer der St. Martins Kirche steht, welche zu den ältesten Kirchen des Kantons Luzern zählt. Um ein Verständnis von der Geschichte des Ortes und der Häuser zu erhalten wurden vor dem Vorprojekt detaillierte Planaufnahmen erstellt sowie konstruktive Abklärungen gemacht. Diese dienen als Grundlage für den Entwurf sowie für die Einschätzung der Denkmalpflege. Die Zusammenarbeit mit Fachspezialisten (z.B. Holzbauexperte für Bestandesaufnahme und Konstruktion) ist bedingt durch das hohe Alter der Häuser zentral.

Die Besitzergeschichte des Wohnhauses “Bruni” lässt sich bis 1701 zurückverfolgen. Das zweigeschossige Wohnhaus ist teilweise unterkellert und ist als holzsichtiger Ständerbau mit Kniestock und Obergeschosslauben errichtet. Der vierteilige Grundriss mit Stube und Kammer auf der Südseite und rückwärtiger Rauchküche hat eine lange, bis ins Spätmittelalter zurückreichende Tradition im Wohnhausbau. Durch Umbauten wurden im Laufe der Zeit jedoch Decken eingezogen und die Rauchküche aufgegeben. Auch wurde die ostseitige Laube inkorpiert. Die westseitige, dem Wetter ausgesetzte Laube wurde abgebrochen. Konstruktion und Raumstruktur haben mit wenigen Ausnahmen aus der Bauzeit um 1700 überlebt. Die äussere Erscheinungsform wird jedoch in mehrfacher Hinsicht durch die Umbauten geprägt. Der heutige Baukörper erhielt seine jetzige Form und Dimension durch die Erweiterung von 1874, die Öffnungsstruktur wurde ebenfalls 1874 neu definiert und die Aussenoberflächen wurden im gleichen Zug mit Schindeln überzogen.

Date
Category
Projekte, Umbau