022 Ersatzneubau Wohnüberbauung Lacheren, Schlieren ZH

Wettbewerbsbeitrag 2017
Eingeladener Studienauftrag
1. Rang
Wohnüberbauung (35 WHG), Genossenschaft, ECO-Wohnen, Periurbaner Raum
Bauherrschaft:
Gemeinnützige Baugenossenschaft Limmattal GBL
Bausumme (BKP 1-9)
ca. 13.5 Mio CHF
In Zusammenarbeit mit
Duplex Architekten AG, Zürich
Landschaftsarchitektur
Cadrage Landschaftsarchitekten, Zürich
Visualisierungen
© Filippo Bolognese
Im Spannungsfeld von offenem und gefasstem Stadtraum wird eine Balance zwischen Urbanität und Durchgrünung, zwischen Einordnung und eigenständiger Identität gesucht.
Weiterbauen am periurbanen Raum

Die Nachverdichtung von Quartieren im durchgrünten Stadtkörper, wie sie aktuell in grossem Umfang stattfindet, bietet die Chance, die Stadt als gestaltetes Raumkontinuum zu stärken: Nicht das Nebeneinander auf sich selbst bezogener Siedlungen, sondern der Dialog städtischer Fragmente lassen das Quartier zum Raum der Identifikation werden. Die beiden Seiten des Perimeters sind von ganz unterschiedlichen Stadträumen mit eigenständigen Qualitäten geprägt; das Projekt sucht im Dialog mit dem Ort diese zu verdichten und zu stärken. Durch den bewussten Verzicht einer strassenbegleitenden Überbauung integrieren sich die beiden Neubauten in die vorgefundene Körnung. Zur Gartenseite entsteht ein spannungsreicher Zwischenraum mit fliessenden Übergängen. Die knochenartige Ausformulierung der Volumetrie verstärkt die Hinwendung zum gemeinsamen Aussenraum.

Wohnen am Grünraum

Fast jede Wohnung hat zwei Seiten mit maximal unterschiedlichem Charakter: einerseits der stark strukturierte Rücken zur Limmatstrasse, andererseits die ruhige Seite zum Hofraum. Um die Blickachsen in den Grünraum zu lenken sind die Küchen und Wohnräume entlang der Gartenfassade gelegt. Die oberen Loggien springen zurück, so dass zweigeschossige private Aussenräume entstehen. Besondere Bedeutung misst das Projekt dem Verhältnis von Rückzug ins Private und gemeinschaftlichem Leben bei.

Fassade

Während die Strassenfassade mit durchlaufenden Bändern ausgeführt wird, ist die Hofseite von der sich mit dem Attika verschachtelnden Loggiastruktur geprägt. Die mit goldenem Vlies hinterlegten vertikalen Gliederungselemente aus Glas dienen einerseits der solaren Energiegewinnung sind aber auch gestalterische Elemente, welche je nach Lichteinfall den Hof in andere Stimmungen versetzen. Das Schatten- und Spiegelspiel des prächtigen Baumbestandes verleiht dem Ensemble eine südliche Atmosphäre.